Samstagsnoten

Aus den „Samstagsnoten“ im Ruppiner Anzeiger, Kolumne bis 2013 von

Dr. Ulrike Liedtke,
Künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin
der Bundes- und Landesmusikakademie Rheinsberg
: …

Asterix und Obelix (16.2.2013)
Carneval ist doch eigentlich was für Kinder. Wer zieht sich schon gern mindestens 10 Mal hintereinander um, stellt sich mutig in den Mittelpunkt und macht Blödsinn? Die Antwort ist klar – der RCC natürlich. Heute Abend steigt die 5. Aufführung des Germanenprogramms im Schlosstheater. Kindergemüt paart sich mit Fleiß und Ausdauer, man denke nur an Kostüme, Bühnenbild, Requisiten, an gelernte Texte, Gesänge und Tanzschritte. Ehe Wehmut über den letzten Carneval aufkommen kann, folgt nach einer kurzen Nacht am Sonntag um 14 Uhr der Kinderfasching. Dass der Aschermittwoch schon vorbei ist, was kümmerts, die wirklichen Kinder müssen noch ihren Fasching kriegen! Asterix und Obelix haben Ihr Kommen angesagt – sehr dicke Nasen, große Schuhe und Flügelchen sind ebenso angesagt wie blau-weiß gestreifte Hosen und Männerzöpfe. Das schönste Kostüm wird prämiert, es könnte auch eine Prinzessin oder ein Cowboy sein. Das wird ebenso spannend wie die Talenteschmiede oder die Polonaise. Die Kinder können bei Ute Baudis und den Mitgliedern des Rheinsberger Carneval Clubs mitspielen und zugucken - den Tauben, den Langhalshühnern und kleinen Männlein. Große Kinder spielen für kleine Kinder! Die echte Kindertanzgruppe ist auch dabei. Und Rheinsberg kann sehr stolz sein auf so viel ehrenamtliches Engagement eines Vereins, der spätestens ab Montag schon wieder über sein neues Programm für die 5. Jahreszeit nachdenkt. Ein bisschen verrückt muss man dafür schon sein, ganz viel Kind im Herzen.

Guru, guru, guru (09.02.2013)
Schöner, vollkommener und reiner können sie gar nicht auf der Schaukel sitzen, die „Drei weißen Tauben“ der 1. Allgem. Verunsicherung. Das RCC-Premierenpublikum forderte glatt ein Da capo. Meine 2. Lieblings-Carnevals-Nummer sind die germanischen Langhalshühner, frappierende Wirkung im UV-Licht und als Ballett mit liebevoll ungeschickten Außenseitern elegant und ulkig zugleich. Dritter Favorit ist ein römischer Senator, der sich hintergründig mit gesundem Menschenverstand der großen und kleinen Politik annimmt, die Pointen sitzen! Das alles kommt so profimäßig, obwohl doch alle Carnevalisten im wirklichen Leben solide Tätigkeiten ausführen – in der Autowerkstatt, auf der Bank, in der Schule, im Supermarkt, vor dem Computer, als Handwerker, in der Stadtverordnetenversammlung... Aber gerade darin liegt der besondere Reiz des Rheinsberger Carneval Clubs, dass sich gestandene Powerfrauen, Familienväter und Firmenchefs Blödsinn einfallen lassen und ausverkaufte Schlosstheater mitreißen! Wer als Besucher das Germanenkostüm scheut, erscheint vornehm als Römer,  geschichtlich nun wahrhaft unterlegen. Macht aber nix, Prinz Wolfgang I. ist schließlich auch Römer und liebt die Germanin Marianne III. In Rheinsberg kann eben alles anders kommen, manchmal barbarisch und manchmal Zustände wie im alten Rom, jedenfalls in der Carnevalszeit. So ähnlich muss es auch 1973 zugegangen sein, als der RCC schon einmal das Motto „Es lagen die alten Germanen“ bespielte, Videobilder zeugen davon. Aber gefeiert wird halt im Augenblick, heute ab 19.19 Uhr und nach einer kurzen Nacht am Sonntag ab 14 Uhr. Die Hühner Tornow & Tornow, Koch & Koch, Schulz & Schulz nebst Syring räkeln dann wieder ihre Hälse, Senator Heinz Karwath wirft sich die Toga über und die drei weißen Tauben Sabine Koch, Birgit Tornow und Elke Benske-Schulz müssen wieder dran glauben. Keine Angst – irgendwann kommen sie tanzend und singend wieder – guru, guru, guru….

Germanen besetzen Theater (02.02.2013)
„Es lagen die alten Germanen zu beiden Ufern des Rheins, sie lagen auf Bärenhäuten und soffen immer noch eins“ – ein Studentenlied aus der Zeit, als junge Leute noch den Tacitus lesen mussten, in lateinisch natürlich. Was kam dabei raus? Aus Rhein wurde Rhin, merke: rechts davon die Germanen, links davon die Gallier, von Süden her kamen die Römer, dabei jener Jüngling Tacitus. Der kriegt einen vollen Kelch und erweist sich als so gar nicht trinkfest. Er und die Römer verlieren, die Germanen siegen. Ganz einfach. Dabei half der römische Ritter Arminius bei der Schlacht im Teutoburger Wald mit, merke: er kämpfte für die Germanen. Germanisch heißt er Hermann und sein Denkmal mit erhobenem Schwerte sieht man bei Detmold von der Autobahn aus. Wie sehr uns die Ereignisse um das Jahr 9 bis heute prägen, erweist sich auch an dem Namen seiner Gattin: sie hieß „Thusnelda“. Merke: „Thussis“ haben einen tiefen germanischen Ursprung! Übrigens würfelten die Germanen um ihre Frauen, pflegten aber unter den barbarischen Stämmen als einzige die Einehe. In Rhinhösel war das nachweislich so, die Quellen berichten von germanischen Behausungen aus schwerem Stoff, Büffeln, allerlei Bäumen, Zweigen, Schilf und Trommellärm. Alles das wurde für heute Abend authentisch auf die Bühne des Schlosstheaters gebracht, inclusive verbürgten Knochenfunden, germanischem Liedgut, barbarischen Tänzen, Boulettenpolonaise und derben Späßen. Die Kindertanzgruppe ist dabei, Mühlenberger & Co und jede Menge germanisch-rheinsberger Originale rund um Norbert Gast machen mit – der Rheinsberger Carneval Club zieht mitsamt Publikum um 19.19 Uhr in Rhinhösel ein. Und wie geht das Studentenlied aus, das dem RCC für 2013 sein Motto gab? Letzter Merksatz, letzte Liedzeile: „Früh ist noch keiner gestorben, der bis ins Alter gezecht“! Dem RCC eine fröhliche Carnevals-Premiere im Schlosstheater!

Mit 8 schon närrisch (18.02.2012)
Sie heißen Nele, Fanny, Alexandra, Lisa, Amelia, Emilia, Friederike und Rodina, sind 8 bis 12 Jahre alt und närrisch. Heute tanzen sie als „Kindergarde“ im RCC-Programm für die Großen und morgen im Kinderfasching für die Kleinen. Der Rheinsberger Carneval Club ist für Überraschungen  gut – fernab von Köln und Mainz und Wasungen übernehmen die Kids das Programm, stürmen die Bühne als blitzende Funkenmariechen oder führen einen echten „Thriller“ auf. Sina Breuer studiert die Tänze mit den Mädels ein, Katja Augner sorgt für die Organisation vor Ort und der RCC stöbert in der Faschingszeit immer wieder neu in seinem Fundus, denn einige Mariechens sind schon seit 6 Jahren dabei und die Kostüme müssen mitwachsen. Nicht mehr lange, dann werden die kleinen Närrinnen  mit eigenen Nummern den RCC aufmischen, so wie die Tänzerinnen Elke Brehe und Meike Dittberner mit ihrem Charleston im diesjährigen “Panoptikum“-Programm. Beide, auch die Kung-Fu-Kämpfer, die Fünflinge oder die sechs Laufmaschen schlafen heute nur kurz und stehen morgen schon wieder topfit für den Kinderfasching auf der Bühne des Schlosstheaters. Dort gibt es noch ein Quiz mit Preisen, eine Faschings-Talenteshow und natürlich die Polonaise. Alte Hasen wie Nele und Fanny und die anderen kennen das schon. Kriegen sie eigentlich schulfrei an den närrischen Tagen ab Rosenmontag? Also in Köln und Mainz und Wasungen ist das so!

Laute und leise Nummern (11.02.2012)
Mitten im Rummel wird es dunkel. Weiße Raumanzüge reflektieren UV-Licht. Kung-Fu-Kämpfer waren angekündigt worden, brutale Schläge der stärksten Männer, blutige Verletzungen. Dann kehrt sich alles um: Anstelle der blitzschnellen Kampfaktionen kommen die Gegner in Zeitlupe aufeinander zu, verlieren Bodenhaftung, schweben. Eine zauberhafte Nummer. Um so herzhafter muss man über die kuscheligen Selbstverteidigungsversuche lachen. Feiner Humor, ein schönes Bild, Poesie. Das Publikum der RCC-Premiere wurde an dieser Stelle ganz still. Überhaupt wechselt das diesjährige Programm geschickt zwischen lauten und leisen Nummern, zwischen Schenkelklopfen beim Auftritt von drei ausgewachsenen Helene-Fischer-Parodien (Thomas Kaufmann, Matthias Schulz, Dirk Otto) und hintersinnigem politischen Witz im Dialog zwischen August dem Starken und Friedrich II., authentisch im sächsisch-preußischen Dialekt von Heinz Karwath und Norbert Gast. Von der leisen Sorte zeigt sich auch der verblüffende Puppen-Tanz von Beate und Eberhard Klost, eine einfache Idee und trotzdem kann man sich eigentlich nicht erklären, wie das geht. Wer richtig ablachen will, wird beim Koch-Kaufmann-Trio auf seine Kosten kommen oder die falschen Beine in richtigen Strumpfhosen zusammen suchen. Allein das Anziehen dieser Strumpfhosenreihe durfte ein gewaltiger Spaß hinter den Kulissen sein. Mut gehört halt schon dazu, andere zu unterhalten, und viel Text lernen, proben, Tanzschritte wieder und wieder wiederholen, Detailverliebtheit und Genauigkeit wie im richtigen Theater. Es ist live. Tolle Ideen, voller Einsatz und beeindruckende Bühnenpräsenz erwarten das Publikum heute Abend und am Sonntag Nachmittag. Sabine und Jens Flegel, Dirk Otto und Andreas Schinzel trainieren bestimmt schon für den geschwebten Kung Fu!

Panoptikum (04.02.2012)
Wissen Sie, was ein Panoptikum ist? Also –  ein Wachsfigurenkabinett ist ein Panoptikum,  alle stehen reglos still, sagen und singen nix.  Da sind mir die Wahrsagerin, ein Stelzenläufer, der Zauberlehrling, Tiefflieger, ein Couch-Potato, die bärtige Frau oder das Tratschweib vom Jahrmarkt lieber. Viele neue Nummern des Rheinsberger Carneval Clubs sind für 2012 entstanden, frisch gedichtet und ausgedacht oder parodiert. Kostüm und Maske entstanden im heimatlichen Wohnzimmer, Choreografie und Regieeinfälle wurden wieder und wieder geprobt. Der RCC feiert heute seine Theater-Premiere bei drei Darbietungsblöcken, Bockwürsten und Tanzrunden mit Mühlenberger & Co. Wenn alles gut läuft, erhalten die Akteure den aktuellen Carnevals-Orden der Rheinsberger Manufaktur KMD.  Bis dahin lässt Lampenfieber noch so manches Herz höher schlagen, damit der Strumpfhosentanz gelingt und Aschenputtel den Prinzen kriegt. Wissen Sie jetzt, was ein Panoptikum ist? Wikipedia erklärt es als „Kuriositätensammlung“, na gut, eine Nummer heißt „Männer in den besten Jahren“…  Nach einigen Tanzrunden und ein paar Promille teilt dann auch der TFC seine umfangreichen Erfahrungen mit den Mädchen beim Bäcker mit oder im Deutschen Haus  – das lass ich jetzt mal lieber aus, sonst wissen Sie ja schon alles. Es gibt da noch Mädchen bei Edeka, im KKW war auch eine da, und in Linow und Cottbus und Zühlen…. vielleicht waren Sie es selbst??? Heute um 19.19 Uhr im Schlosstheater Rheinsberg is nix mit Wachsfiguren, da zuckt das Knie. Wir treffen uns auf dem Rummel!

Hey Kids! (05.03.2011)
Ein dreifaches „Rhin helau“ allen Kindern! Wisst Ihr schon, als was ihr geht? Mal der Reihe nach: Sonntag um 14 Uhr geht der Kinderfasching des Rheinsberger Carneval Clubs los. Wo? Im Schlosstheater Rheinsberg. Mit Prinz und Prinzessin? Na klar, ihre Hoheit Nina die Erste und seine Hoheit Patrick der Erste empfangen Euch als Prinzenpaar. Was gibt’s? Viele lustige Leute in gelben T-Shirts, das sind die RCC’ler, die sich alles für Euch ausgedacht haben: die Supertalentshow, die Montagsmaler, Märchenpuzzle, Modenschau, Polonaise durch den ganzen Theatersaal und Spiele zum Mitmachen. Einiges davon kenne ich schon, weil es auch zum Programm für die Erwachsenen gehört. Bei ihren Auftritten verkleiden sich die RCC’ler - Lucilectric sitzt auf einer echten Schaukel auf der Bühne und singt „Weil ich ein Mädchen bin.“ Da können alle Mädchen bestimmt mitsingen. Sehr spannend finde ich den Tanz der Kopflosen – wie sehen Kopflose aus? Ohne Kopf, schon klar, aber wie macht man das im Theater? Am Sonntag wisst Ihr’s. Kinder tanzen übrigens auch, die Kindertanzgruppe des RCC, ausgeborgt von der Allende-Schule. Sina Breuer von der Neuruppiner Funkengarde hat gute Ideen für die Tänze und Katja Augner trainiert sie in Rheinsberg mit Schülern, die meisten besuchen die 2. Klasse. Wenn es Euch gefällt, könnt Ihr vielleicht nächstes Jahr sogar mittanzen, Jungs übrigens auch. Ansonsten wird viel gesungen und gelacht beim Kinderfasching. Und Eltern? Kann man mitbringen, würde ich aber an Eurer Stelle ein Stückchen nach hinten setzen im Theater. Es ist Fasching, Nina die Erste und Patrick der Erste passen auf Euch auf. Eltern können heute Abend Fasching feiern, ab 19.19 Uhr im Schlosstheater. Dann heißt es wieder „Rheinsberg im Telespiegel“ und alle rufen „Rhin helau!“.

Am besten: Rotkäppchen (26.02.2011)
Wer wird heute Abend das Prinzenpaar geben? Wen kürt Dieter Bohlen zum Supertalent? Wie lang sind die Beine von Germanys Next Topmodel? Die Prinzessin weiß vielleicht schon, dass sie heute Abend in ein adliges Kostüm zu schlüpfen hat, ihr Traumprinz wird überrascht – eine schöne Carnevals-Idee. Das Talent-Urteil von Dirk Otto alias Dieter Bohlen ist widerspruchslos zu akzeptieren und die Länge von Beinen kann man messen. Das alles geht aber nur im „Telespiegel“ des Rheinsberger Carneval Clubs. Hier wird live gesungen und musiziert, live gekocht, live getanzt, live gespielt und parodiert. Beruflich gestandene Menschen, seriöse Familienväter und –mütter nebst Präsident und Ministern haben viel ferngeguckt, um Sketche und Späße für drei Faschingsblöcke zusammen zu dichten. Was mir am besten gefällt? „Rotkäppchen“, ein ziemlich modernes, freches, lustiges musikalisches Märchen, in dem alles durcheinander kommt und trotzdem passt, jedenfalls im Carneval. Die Tanzshow von Elke Brehe, Karin Syring und Meike Dittberner speziell für Dieter Bohlen musste wiederholt werden, so gut war sie, ein perfekter Bühnenauftritt. Zu meinen Favoriten gehören auch das Duo Karsten Koch und Thomas Kaufmann sowie Wind und Schneeflocken. Was es damit auf sich hat? Hingehen! Und musikalisch? Ganz klar - Harry Schmidt am Akkordeon und der TFC (Talent Frei & Co), die nicht nur lustig sind, sondern tatsächlich singen können (für die Rheinsberg Kantorei und den Gesangsverein „Vorwärts“ ein herber Verlust!). Aber ein bisschen riskant ist der Rheinsberger Carneval in diesem Jahr schon: Sind Sie sicher, dass Sie nicht Prinz und Prinzessin werden?

Rheinsberg im Telespiegel (19.02.2011)
ACHTUNG, Live-Schalte und ...AB. Direktübertragung vom RCC aus dem Schlosstheater Rheinsberg mitten in Brandenburg aktuell, Tatjana Jury fällt das Manuskript aus der Hand. Das könnte passieren. Heute sendet der Rheinsberger Carneval Club. Im „Telespiegel“ geht es nicht um den Tarifvergleich diverser Callcenter, auch nicht um die Werbefilmabteilung mit Korbine Früchtchen, Minol-Pirol oder Pneumant-Pit. Stattdessen richtet Barbara Salesch, Germanys next Topmodel und Supertalent werden gekürt. Wie immer hat man nix zwischen den Zähnen, wenn im Kochstudio vorgegessen wird, aber vielleicht kommt es ja gar nicht so weit. Nachrichten, Wetterbericht und das Wort zum Sonntag, immer bis endlich der Film losgeht, dürfen nicht fehlen. Wenn ein Comedy-Club auf die Schippe genommen wird, könnte das schon wieder tiefernst werden, wird es aber nicht, es ist ja Carneval. Regionale Seitenhiebe sind geplant, mal sehen, wer im Publikum sitzt. Oder am besten gar nicht erst gucken. Der RFC-Chor  und seine kammermusikalische Variante TFC (TalentFrei & Co) sorgen in jedem Fall für gute Stimmung. Die Bühne ist geschmückt, Kostüme passen, Inszenierung steht, Tänzerinnen dehnen ihre Muskeln. Sehr normale Leute haben sehr normales Lampenfieber vor der Premiere, um aus ihrer Normalität auszubrechen - und das ist schön so. Meine Empfehlung: Warten Sie nicht darauf, dass Frau T.J. das Manuskript aus der Hand fällt, könnte ja sein, ein Normalo steht auf der Leitung und die Übertragung klappt nicht. Gehen Sie lieber hin – 19.19 Uhr im Schlosstheater Rheinsberg.
Toi, toi, toi für die Premiere!

Piraten und Funkenmariechen (13.02.2010)
Warum heißen die Funkenmariechen „Funkenmariechen“? Weil ihre Kostüme rot funkeln. Die Tradition geht zurück bis in eine Zeit, in der rot funkelnde Soldaten die Stadt überwachten. Das hätten die kleinen Mäuse in Rheinsberg gern, die am Sonntag zum Kinderfasching als Funkenmariechen tanzen! Sie haben wacker geübt und schwingen für ihr gleichaltriges Publikum ausgelassen das Tanzbein. Der Rheinsberger Carneval Club veranstaltet Kinderfasching im Schlosstheater, eine gute Idee! Ein Piratenfasching soll es werden, aus allen Ecken des Theaters werden die Piraten stürmen und das RCC-Schiff kapern! Es gibt Piratenwitze, Piratentänze und natürlich Piratenprüfungen. Was gehört dazu, wenn man ein richtiger Pirat werden will? Mut, Kraft, Stärke, verwegen und unerschrocken muss man sein. Dann winken kleine Preise und sogar Faschingsorden. Das gilt natürlich auch für Meerjungfrauen, Kapitäne und entführte Prinzessinnen. Ein Kinderprinzessinnenpaar eröffnet das Fest - „Rhin helau“ gilt am Sonntag um 14.00 Uhr schon ab 4 Jahre. Vorher, heute Abend, bringt der RCC die Großen zum vorerst letzten Mal in dieser 5. Jahreszeit in Tanzlaune, auch mit Piraten natürlich, danach kommt der große Theaterumbau für die Funkenmariechen. Und dann? Ausschlafen? Alle RCC-Freunde werden am Rosenmontag brav ihrer Arbeit nachgehen – oder?

Närrinnen räumen ab (06.02.2010)
„Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang bleibt ein Narr sein Leben lang“ - kein erstrebenswertes Ziel. Der RCC weiß Rat, Elferrat auf hoher See: gesungen wird unter Seeleuten laut und kräftig, der Nachwuchs für den Männergesangsverein „Vorwärts“ übt schon. Für den Wein sorgt die Rederei Halbeck, Bier gibt’s auch. Und dass über das eigene Weib und andere weibliche Geschöpfe gefrotzelt wird, muss Mann haben und tut Frau locker ab. Schließlich räumen die Närrinnen kräftig ab: die Kittelschürzentrude, in deren korpulenten Ausmaßen Heinz Karwath auf politisch wunde Stellen Rheinsbergs haut, niemand tanzt so schön wie die fünf RCC-Tänzerinnen, Sabine Flegel singt alle an die Wand, Ute Baudis empfiehlt sich dem Rheinsberger Ordnungsamt als Security für den nächsten Staatsbesuch. Für eine Sensation sorgt die Putzfrau Agnes Kasulke - Sabine Koch wagt ihre erste Solonummer als ob sie das schon jahrelang so tut. Kompliment! Der Saal tobt. Zugegeben, das tut er auch, wenn Karsten Koch aus seiner Ehe erzählt, aber die Putzfrau gibt’s ihm dreifach zurück! Wissen Sie, wie viel Mut dazu gehört, ganz alleine und live und im Kostüm auf dieser Bühne im Theaterlicht mit eigenen Texten ulkige Typen zu spielen? Das Publikum feiert seine Stars - das souveräne Prinzenpaar Lothar I. und Elke I., Thomas Kaufmann mit dem Kosakenlied (Ohrwurm!), den Ehrfurcht erregenden Kapitän Dirk Otto und den liebenwürdigen Sachsen Frank Portner. Und was ich am besten finde? Die Schiffsmusiker! „Mühlenberger & Co“ mit Klasse-Schlagzeuger plus Erik Kurzke plus RCC-Akkordeonisten – das ergibt eine siebenköpfige Band(e), die ganz schön was hermacht. Giuseppe Verdi hat die Musiker dafür bezahlt, dass sie seine Melodien nicht vor dem Theater spielen (weil er selbst ja schon wieder was Neues im Kopf hatte). Der RCC hätte kräftig kassieren können bei „Die Gläser sind leer, leer, leer…“ – das mit den Gläsern kann man ja ändern, heute um 19.19 Uhr und morgen um 14 Uhr sticht das RCC-Schiff wieder in See…

Der RCC ist da - ALLES LIVE! (30.01.2010)
Die „Gräfin von Boberow“ sticht in See, da hält sie keine Theatermauer und kein zugefrorener See auf. Angeblich läuft sie ja zu einer Kreuzfahrt aus, so ganz vornehm. Aber Seemannsgarn muss man nicht glauben. Klabautermänner gehören dazu und laden zum Singen, zum Tanzen und Trinken ein – „Eine Seefahrt die ist lustig!“ „Der Fluch der Karibik“ tut sein übriges, aber „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“, denn das Mädchen von Piräus wartet gemeinsam mit Hans Albers am Kai und Sie können sicher sein – die Taube „La Paloma“ fliegt und „Ein Schiff wird kommen“! Alles wird live gesungen, „Mühlenberg & Co“ musiziert und arrangiert sich mit den RCC-Akkordeonisten, die Sketche und Solonummern sind selbst geschrieben, die Tanzbeine der Mädchen fliegen zur Musik wirklich hoch in die Luft – es ist ALLES LIVE! In der Generalprobe rissen die Theatermacher schnell das Ruder an sich – die Bootsmänner Siegfried Schweitzer und Harry Schmidt führten den Matrosenchor über Klippen und Eisschollen, Kapitän Norbert Gast navigierte wild wie alle Regisseure, Steuerfrau Ingeborg Intelmann sortierte die Beine der Tänzerinnen auf rutschigen Schiffsplanken, und bitte genau im Rhythmus, und nach vorn, und noch einmal... Muss diese Präzision sein? Im Carneval? Wer kriegt denn das mit? – Ich sag’s Ihnen: Das Publikum merkt alles! Der Carneval in Rheinsberg ist beliebt, gerade weil der RCC seine Veranstaltungen detailgenau und liebevoll vorbereitet, weil jeder seinen Text brav lernt und die Stimme ölt, weil Bullaugen und Segel, Matrosenmütze und Piratensäbel stimmen. Das sieht ganz leicht aus und macht Spaß, Prinz und Prinzessin können kommen. RCC-Präsident Dirk Slaby kann sich auf seine Schiffsmannschaft verlassen. Für fünf Vorstellungen gilt im Schlosstheater Rheinsberg die 5. Jahreszeit - „Volle Fahrt voraus!“

„Rheinsberg ist schön“ (21.02.2009)
Den Ohrwurm wird man nicht so schnell los! Überhaupt gibt es im diesjährigen RCC-Programm einige Darbietungen, die hängenbleiben – der Schornsteinfegertanz, Amy Winehouse alias Sabine Koch oder „Kein Feuer, keine Kohle“ mit Sabine Flegel. Schließlich lautet das Motto der RCC-Veranstaltungen „Uns geht der Ofen nicht aus“ – vor dem Hintergrund der täglichen Meldungen aus der Wirtschaft erscheint das schon richtig tröstlich.  Die heute 5. Aufführung des rundum gekonnt vorgetragenen Programms wird wieder einen ausverkauften Theatersaal erreichen, das Publikum braucht vielleicht gerade jetzt auch den Spaß, die Parodie und vornehm-seriös vorgetragenes Wortgeschüttel. Morgen Nachmittag gibt es noch den Kinderfasching, pfiffig moderiert von Programm-Minister Norbert Gast. Dass „Rheinsberg schön“ ist, liegt auch am Engagement einheimischer Vereine wie dem RCC, dessen Mitglieder mit ihrem Präsidenten Dirk Slaby ein ganzes Jahr lang Kostüme nähen, Tänze und Sketche proben. Ganz ehrlich: mir hat es in diesem Jahr besser gefallen als die Carnevalssitzungen im Fernsehen – da kann Rheinsberg gut mithalten und muss aufpassen, dass ihm ein Original wie der zugereiste Sachse Frank Portner nicht nach Köln oder Mainz abgeworben wird!

Holz, Koks, Wein (14.02.2009)
Für die nächsten zwei Wochen haben Prinzessin Susann I. und Prinz Thomas III. ihre Regierungsgeschäfte im Schlosstheater Rheinsberg übernommen. Im bunt geschmückten Saal richtet die Band Mühlenberg & Co. ihre Lautsprecher, prächtige Kostüme hängen in den Garderoben, auf der Bühne steht ein Grillofen vom Feinsten. „Uns geht der Ofen nicht aus“, meint der Rheinsberger Carneval Club, wäre auch schlecht, mitten im Winter! Aber keine Bange, „Cindy aus Marzahn“ alias Heinz Karwath heizt kräftig ein, ebenso Frank Portner als Herbert Grönemeyer und Ute Baudis, die eine Studie aus dem wahren Leben zum Besten gibt – „Mein Mann“. Sketche, Parodien, Ulk und Klamauk präsentiert der RCC getreu seinem Motto „Holz, Koks, Kien, wir blödeln hier am Rhin, und hauen auch sehr schnelle auf manche wunde Stelle“. Dazu bedarf es des vertraulichen Rats von Erika Berger, eines Schweinetangos und der Köhlerliesl. Damit einem richtig heiß wird, kann ordentlich getanzt werden und irgendwann an Abend gibt es Kussfreiheit. Alles, was zum Karneval gehört, bietet auch Rheinsberg, hoch im Norden. Einschließlich Lampenfieber übrigens, denn die Akteure singen, spielen und tanzen aus Spaß an der Freude – und zum Vergnügen der Narren, heute Abend und morgen Nachmittag bei Prinz und Prinzessin im Schlosstheater!

Nur das Beste (26.01.2008)
„Rheinsberg wie es singt und lacht“ verändert für drei Abende und zwei Nachmittage die ganze Stadt. Die Statuen im Schlosspark kichern unter ihrer Holzverkleidung, der Friedrich schmunzelt auf seinem Denkmal, die Rheinsberger vom RCC pilgern in ihr Schlosstheater – und dort wird dann wirklich laut gesungen und gelacht, denn diesmal kann nix schiefgehen: Nur das Beste aus den Programmen der letzten Karneval-Jahre steht auf dem Programm, freilich ergänzt durch neue Beiträge und aktuelle Kommentare.
Auf 40 mal fünfte Jahreszeit kann der Rheinsberger Carneval Club zurückschauen, alle Prinzenpaare gilt es noch einmal zu ehren, Erinnerungen werden wach. Da gab es mal eine Raketennummer mit schwebenden Kosmonauten, Büttenreden über Rheinsberger Politiker und Ute Baudis, die ich immer ein Jahr lang in ihrer jeweiligen Karnevalsrolle sehe, obwohl sie – wie alle anderen RCC-Menschen auch – tagtäglich ganz anderen Berufungen nachgeht, sagt man jedenfalls, es ist schwer zu glauben.
Natürlich schmückt der Elferrat um den Präsidenten Dirk Slaby die Bühne, und wenn die Ratsmitglieder Wichtigeres zu tun haben, lassen sie sich durch eigens angefertigte Pappkameraden ersetzten – eine geniale Idee, nachahmbar für Bundestag, Kreistage, Stadtverordnetenversammlungen … Seit ein paar Tagen wird fleißig geübt im Schlosstheater, der Perfektionismus greift um sich. Die Regie liegt in den bewährten Händen von Norbert Gast.
Am 3. Februar um 14 Uhr ist Kinderfasching – Nehmt Eltern, Omas, Opas, Nachbarn oder, was ihr sonst noch lieb habt, mit. Nur eines fehlt am Veranstaltungstitel, schließlich sind die Tänzerinnen von Ingeborg Intelmann dabei und die Männer bewegen sich nicht schlecht im Tanzkleidchen: Rheinsberg wie es tanzt!

Hallo Kinder (17.02.2007)
Vielleicht fragt ihr Euch, was Eure Eltern beim Rheinsberger Carneval Club so machen. Sie ziehen sich ein Faschingskostüm an und gehen weg. Morgen macht Ihr das auch so! Der RCC hat sich einen Kinder-Fasching ausgedacht, mit Hexen, Zauberern, und Prinzessinnen brauchen sie im Schlosstheater natürlich auch. Bibi Blocksberg wird dabei sein und ein bisschen rumzaubern, manches gelingt ihr, manches geht auch vollkommen schief. Es gibt eine Miniplayback-Show und der RCC sucht den Superstar. Der Stuhltanz, Laurentia, Polonaise, die Montagsmaler und das Torschießen für die Jungs – alles das werden die RCC-Hexen mit Euch spielen. Zwischendurch zeigen Kinder-Tanzgruppen, was sie schon können. Die jungen Tänzer sind bestimmt wahnsinnig aufgeregt. Da muss man dann ganz besonders viel klatschen. Ach ja, das RCC-Lied solltet Ihr kennen: „Der RCC ist da, der RCC ist
da …“, na ja, ich muss es auch noch üben. Jetzt schickt Eltern oder Omas in die Spur, der Kinderfasching beginnt am Sonntag um 14.00 Uhr im Schlosstheater Rheinsberg. Es kostet 2,00 € pro Nase, egal ob große oder kleine. Zu essen und zu trinken gibt es auch was, auch Cola, zum Fasching darf man das. Ob es bei so vielen Hexen auch Spinnweben gibt, wollt ihr wissen? Na klar! Aber – ohne Spinne. Versprochen!

Rhin helau! (03.02.2007)
"Walpurgisnacht auf dem Krähenberg". Sie können sich auf die Begegnung mit Feen, Hexen, Teufeln und einigen irdischen Wesen vorbereiten. Mephisto unterhält sich mit dem Urenkel von Dr. Faust, Schneewittchen kommt mitsamt ihren Zwergen und zwischendurch werden nach 25 Jahren dringliche Eheprobleme geklärt. Was das miteinander zu tun hat? Nun, man begegnet einander tief in nächtlicher Finsternis, wo Unerwartetes passiert, der Vampirbiss das Prinzenpaar krönt und ein Hexenmeister das Zepter führt. Zur Walpurgisnacht gehören natürlich auch wilde Tänze, u.a. mit dem Rheinsberger Tanzteam unter Leitung von Ingeborg Intelmann. Für prozenthaltiges Zauberwasser sorgt die Reederei Halbeck und alle Späße haben sich die Mitglieder des RCC rund um ihren Präsidenten Dirk Slaby und Regisseur Norbert Gast ausgedacht. Bühne und Kostüme, Reden, Sketche und Gesänge fertigen über's Jahr solide Rheinsberger Bürger unterschiedlichster Berufe, denen man im landläufigen Leben die rote Carnevalsnase gar nicht ansieht.  Etwas Besonderes haben sie sich für den 18. Februar vorgenommen: Kinderfasching für kleine Feen, Hexen und Teufelchen. Die können dann schon mal das "Rhin helau" üben, den Faschingsruf, der heute Abend und am Sonntag Nachmittag sowie an den nächsten beiden Wochenenden im Schlosstheater und von Rheinsberg am Rhin bis nach Köln am Rhein, Frankfurt am Main und Wasungen an der Werra erschallen wird…

Rhin helau! (11.02.2006)
Wenn Sie schon lange mal zu den Aboriginals wollten, von einer Weltreise träumen, aber den Aufwand scheuen und das Geld noch immer sammeln, wenn Sie heftige Sketche gut vertragen und gern mal eine Nacht ohne Rücksicht auf die Schuhe durchtanzen – okej, dann sind Sie beim RCC richtig. „In 80 Minuten um die Welt“ hieß das Programm 2006, aber keine Angst, unsere Bühnenmitarbeiter berichten von den Proben, dass die Reise in 80 Minuten nicht zu schaffen ist. In der Mongolei und in Australien gibt es Verspätung, die Sumo-Ringer sind nicht die schnellsten und der Gourmet-Besuch in Frankreich dauert auch etwas länger. Reisestopps sind in Italien und Griechenland, Russland und Indien, in China und Amerika geplant. Aber Carnevals-Nächte kommen einem schon mal vor, als wären sie nur 80 Minuten lang. In jedem Land gibt es natürlich Musik, typische Hits, die Band „Mühlenberg & Co“ wird auf allen Weltmeeren dieser Reise nicht seekrank. Die Tänzerinnen des Tanzteams haben eifrig geprobt und essen seit Wochen keine Schokolade wegen der Carnevalslinie. Überhaupt – die Kostüme von Mitwirkenden und Publikum sind in jedem Jahr eine wahre Pracht. Mit welcher Liebe hier entworfen und genäht wird, Bühnenbilder gemalt, Gags geschrieben und ausprobiert werden - alles, um die triste Winterzeit in eine närrische zu verwandeln. Hoch im Norden gelingt es einem Carneval-Verein, so viel Faschingsbegeisterung zu entfachen. Alle Achtung! Nun residieren Prinzessin Beate I. und Prinz Eberhard I. im Schlosstheater….

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